Frühkindliche Reflexe

Was sind Reflexe?

Reflexe sind unwillkürliche, rasche und automatisch ablaufende Reaktionen des Körpers auf einen Reiz. Sie dienen dem Schutz des Körpers und helfen zu überleben.

Wenn ein Kind zur Welt kommt, sucht es die Brustwarze der Mutter und fängt an zu saugen. Keiner hat es dem Säugling erklärt, was zu tun ist, um seinen Hunger zu stillen. Es ist der Saug- und Suchreflex der diese Reaktion bewirkt. 

 

Es gibt zahlreiche Reflexe, die der Reihe nach auftreten und sich entfalten. Diese ermöglichen neben dem Überleben uns zu bewegen, den Kopf zu heben, zu stehen, drehen, springen usw. Je öfter solche Bewegungen ausgeführt werden, umso mehr Kontrolle gewinnen wir über unseren Körper. Die Reflexbewegungen werden immer seltener bis diese nicht mehr gebraucht und vom Gehirn gehemmt werden. Das heißt, das Gehirn steckt diesen Reflex in eine Schublade und bei Bedarf wird dieser wieder hervorgeholt. Es gibt jedoch Reflexe, die ein Leben lang aktiv sind wie z. B. der Gleichgewichtsreaktions-Reflex. Würde dieser vom Gehirn gehemmt werden, könnten wir plötzlich nicht mehr aufrecht stehen. 

Welche Auswirkungen haben nicht gehemmte Reflexe?

Durch Umstände im Leben kann es vorkommen, dass Reflexe nicht auftreten oder schwach ausgebildet sind. Das hat zur Folge, dass die Hemmung anderer Reflexe gestört werden. Der Grund dafür ist, dass Reflexe als Team zusammenarbeiten. Wenn einer nicht mitspielt, hat das Auswirkungen auf das gesamte Team. Es kann dadurch zu Fehlentwicklungen und Verzögerungen in der neurologischen und physischen Entwicklung kommen. 

Hier ein Beispiel: wenn ein Baby zur Welt kommt, wird der Spinaler-Galant-Reflex aktiv. Dieser hilft dem Baby den Weg durch den Geburtskanal zu bewältigen. Es kommt jedoch immer wieder vor, dass Kinder per Kaiserschnitt zur Welt gebracht werden müssen. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass bei einem solchen Kind der Spinaler-Galant-Reflex noch aktiv ist und vom Gehirn nicht gehemmt wurde. Solche Kinder sind Bettnässer, haben oft Mühe still zu sitzen, oft zeigen sich Konzentrationsstörungen und ein schwaches Kurzzeitgedächtnis. Auch Erwachsene können nicht gehemmte frühkindliche Reflexe aufweisen. 

Was kann man tun?

Durch kinesiologische Muskeltests kann herausgefunden werden, welche Reflexe noch aktiv sind bzw. vom Gehirn nicht gehemmt wurden. Durch verschiedene Übungen und Balancetechniken können diese gehemmt werden. Dies kann sich positiv auf die persönliche Entwicklung, Körperhaltung, Konzentration sowie Schreib- und Lesefähigkeit auswirken.